Fritz Stahlecker Forum (siehe auch HSH-Galerie)

Nur eine lebende und lebendige Methode ist eine gute Methode – das war meine Philosophie von Anfang an, seit ich mich mit der gewaltfreien Pferdeausbildung beschäftigt habe. Ich habe mir ganz genau angesehen, welche Auswirkungen meine Änderungen zum Beispiel an der Kandare auf das Verhalten, auf die Reaktionen meiner Pferde gehabt haben. Immer wieder habe ich probiert, verbessert, wieder verworfen. Bis ich ein Ergebnis hatte, das mich befriedigte.

Auch durch die Erfahrungen, Ansichten und Meinungen meiner Reiterkollegen und meiner Schüler konnte ich die Techniken immer weiter verbessern – und das ist gut so.

Mein Wunsch ist es, dass Sie mir mitteilen, welche Erfahrungen Sie selbst mit der Methode machen, welche Kritik Sie haben, was Sie verändern würden – dies dient letztendlich dazu, die HSH-Methode immer weiter zu verbessern – zum Wohle des Pferdes. Die HSH-Methode soll zu einer ungewöhnlich intensiven Partnerschaft zwischen Pferd und Reiter beitragen.

Aber auch auch wenn Sie Fragen an mich persönlich haben, können Sie das Feld unten selbstverständlich nutzen. Ich werde so schnell wie möglich – auf Wunsch auch ganz persönlich nur für Sie – antworten.

Ihre Kommentare werden zu gegebener Zeit veröffentlicht, so dass Sie jederzeit an einer fachlichen Diskussion teilnehmen können.

Wenn Sie daran interessiert sind zu erfahren, ob in Ihrer Nähe auch noch andere Pferdemenschen wohnen, die die HSH-Methode praktizieren, schreiben Sie uns eine kurze mail. Gerne versuchen wir Austauschmöglichkeiten und Kontakt zu Gleichgesinnten herzustellen.

Aus Gründen der Sicherheit und zum Schutz vor Spammails möchte ich Sie herzlich bitten, die Hürde der selbstverständlich kostenfreien Registrierung nicht zu scheuen. Einmal eingeloggt, können Sie mit dem von Ihnen gewählten Passwort dann auch jederzeit schnell weitere Kommentare senden. Ich danke Ihnen für Ihr Verständnis.

Forum

Einen neuen Eintrag für das Gästebuch schreiben

 
 
 
 
 
Mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Aus Sicherheitsgründen speichern wir die IP-Adresse 54.144.24.41.
Es könnte sein, dass Ihr Eintrag im Gästebuch erst sichtbar ist, nachdem wir ihn geprüft haben.
Wir behalten uns das Recht vor, Einträge zu bearbeiten, zu löschen oder Einträge nicht zu veröffentlichen.
48 Einträge
Simone Balon schrieb am 16. September 2008 um 19:28:
Guten Tag Herr Stahlecker!

Habe mir gerade ihr Buch bestellt, eine Freundin hat mir von Ihrer Methode berichtet und ich war total begeistert. Da ich absolut nichts von der deutschen Reitweise halte...sprich FN, werden meine Pferde nur nach der klassischen Reitweise ausgebildet...zumindestens probiere ich es. Leider habe ich keine Möglichkeit zu irgendeinen Trainer zu fahren, der nach der klassischen Reitweise unterrichtet, da es in Österreich schwer ist, welche zu finden.
Mein zweites Problem ist, dass mein Lipizzanerwallach schon 27 Jahre ist und er eigentlich ziemlich unreitbar ist, daher mache ich mit ihm arbeit an der Hand, viel nach Phillipp Karl. hab ihn mit 26 Jahren den Spanischen Schritt und die Pesade beigebracht, wir machen auch viele Seitengänge usw. Jetzt wollte ich wissen, ob ich mit ihm Ihre Methode auch anwenden kann? er ist noch total fit und er braucht unbedingt Beschäftigung und arbeiten an der Hand macht er liebend gerne.
Auch habe ich mir ein zweites Pferd zugelegt einen 2 1/2 jährigen Kladruberwallach. Ein total netter, verschmuster Kerl, mit dem ich Ihre Methode anwenden möchte, auch möchte ich Ihn heuer noch anfahren, was meinen Sie dazu? ich denke das es nicht schlecht ist, wenn er auch schon Kutschenerfahrung vorweisen kann, bevor ich ihn anreite. Vorher möchte ich aber noch ein wenig mit ihm trainieren, damit er ein Muskeln aufbaut. Natürlich wird er am Anfang auch nur zu einem zweiten eingespannt, wo er nur mitlaufen muss und noch nichts zu ziehen hat. haben sie vielleicht eine Idee, welches Gebiss zum anfahren am Besten ist? lieber wäre mir ja gar keines. ich arbeite viel mit Kappzaum, aber mit nur mit diesem einfahren, wird gefährlich sein. Aja, und haben Sie einen Tipp, welch Sattel am Besten ist? ich dachte mir dass er erst einen Sattel bekommt wenn ich ihn Anreite, der würde dann angepasst werden. aber er verändert sich bis dorthin ja nocht total, da er ja auch noch nicht ausgewachsen ist.

ich freue mich sehr auf Ihre Antwort und Tipps.

lg simone
Administrator-Antwort von: Fritz Stahlecker
Guten Tag Frau Balon,
vielen Dank für Ihre Anfrage. Mit großem Interesse habe ich von Ihrem 27-jährigen Lippizaner gelesen. Mit Ihrem Pferd machen Sie all denen Mut, die auch noch mit einem älteren Pferd Fortschritte erzielen wollen, schön! Natürlich können Sie auch HSH mit ihm machen, aber man wird doch ein bisschen auf seine Gelenke und seine Belastbarkeit Acht geben müssen. Es gibt einige Reiterfreunde, die mit älteren Pferden schöne Erfolge erzielt haben, wenn die Pferde nicht mehr gut geritten werden können, aber durch dieses Arbeiten am Boden wieder ganz neu beschäftigt werden und Spaß haben. Da Sie ohnehin schon Lektionen an der Hand praktizieren, werden Sie diese Methode mit ihrem Pferd sicher ganz leicht durchführen können.
Zu Ihrem 2. Pferd: Anfahren halte ich für eine sehr gute Idee, Sie können auch schon mit 2 1/2 HSH mit ihm machen - alles was das Pferd im Kopf beschäftigt, ohne seinen Rücken zu belasten, ist erlaubt und der Muskelaufbau, den das Pferd durch das Anfahren bekommt, ist sicher auch von Nutzen. Zum Gebiss können wir leider nichts sagen, da haben wir gar keine Erfahrung. Aber auch wenn ich dafür plädierte, sehr sehr vorsichtig zu sein bei jungen Pferden, um das Maul nicht zu verderben, daher auch der Kappzaum mit Blindtrense, ganz ohne Gebiss anzufahren, ist sicher zu riskant.
Ich würde auf jeden Fall raten, jetzt schon Bodenarbeit mit Sattel zu machen, denn es muss sich eine gute Sattellage bilden (nachzulesen im Buch!). Am Anfang muss man oft nachsatteln, aber das zahlt sich für später aus, evt. muss man dann den Sattel noch mal nachanpassen, das mag sein.
Freundliche Reitergrüße Fritz Stahlecker
Susanne Martens from Rastede schrieb am 21. August 2008 um 11:57:
Lieber Herr Stahlecker,
seit kurzem bin ich stolze Besitzerin einer dreijährigen Oldenburger Stute. Im nächsten Jahr soll sie die Stutenleistungsprüfung absolvieren.
Gibt es im Oldenburger Land / Ammerland / Friesland entsprechende Ausbilder, die die HSH-Methode praktizieren??? Durch meine spät entdeckte Liebe zum Pferd, fehlt mir noch das nötige Selbstvertrauen und die Erfahrung, meine Stute alleine nach Ihrer Methode auszubilden! Natürlich gibt es auch hier im Umkreis etliche Ausbildungsställe, Bereiter und Reitlehrer, doch von einer "gewaltfreien Pferdeausbildung", so wie Sie sie anwenden und leben, verschließen sich viele hiesige "Pferdefreunde"! Sie schreiben in "Das motivierte Dressurpferd - Plädoyer für eine Revision der deutschen Ausbildungsnorm / Visionen zum Nachdenken", mir aus tiefster Seele heraus.

Herzliche Grüße aus Rastede
Susanne Martens
Administrator-Antwort von: Petra Wägenbaur
Liebe Frau Martens,
Ein junges Pferd ist immer wieder ein neues Abenteuer und mit jedem Pferd beginne auch ich wieder von vorne. Natürlich gehört etwas Pferdeverstand und Erfahrung dazu, aber am Boden kann man meistens weniger falsch machen also vom Sattel aus, im ungünstigen Falle dauert es etwas länger. Leider kann ich Ihnen keine mir bekannten Ausbilder oder Lehrer in Ihrer Gegend nennen, aber Sie können sich gerne jederzeit an uns wenden, wenn Sie Fragen haben. Wenn Sie in Ihrer Nähe einen HSH-Kurs oder eine Einführungsveranstaltung organisieren können, helfen wir Ihnen ebenfalls gerne.
Mit freundlichen Reitergrüßen
Petra Wägenbaur
Corinna Kahles from 47906 Kempen schrieb am 24. Juli 2008 um 15:24:
Gerne würde ich von Ihrem Service Gebrauch machen und andere Personen, die sich ebenfalls mit der HSH-Methode beschäftigen, aus meinem Wohnumfeld kennen lernen. Bitte teilen Sie mir mit, ob sich solche Personen bei Ihnen eingetragen haben.
Vielen Dank und Gruß
Corinna Kahles
Ivonne Poddany from München schrieb am 20. Juni 2008 um 9:51:
Guten Tag Herr Stahlecker,

Auch ich arbeite nun bereits seit knapp 2,5 Monaten nach Ihrer HSH Methode mit meinem 4 Jährigen.
Zuvor habe ich ihn allerdings 6 Monate leicht angeritten, wodurch ihm einige Dinge bereits vertraut waren.
Als ich ihn erwarb, war er gerade 3 geworden, es hieß, er wäre nicht reitbar und unkooperativ. Ich habe ihn trotzdem gekauft, da er eine imposante Ausstrahlung auf mich hatte und ein wirklich schickes Pferd ist.
Für mich gab es keinen Zweifel, dass ich es mit ein wenig Geduld und Feingefühl hinkriege.

Nun, nach 2,5 Monaten HSH haben wir uns schon eine gewisse Routine angeeignet. Er arbeitet sehr konzentriert mit und hat sich auch in seiner Balance erheblich verbessert. Ab und an reite ich ihn doch mal und erkenne bereits erheblich Unterschiede zu meinem Training zuvor.
Die Seitengänge gehen fast von alleine und jede Balanceverschiebung spüre ich sofort. Schritt-Piroutten und Rückwärtsrichten klappen wie am Schnürchen und beim spanischen Schritt stellt er sich gar nicht so schlecht an.

Er hat Kraft in der Hinterhand gewonnen, sodass er seine Vorhand immer mehr und mehr entlastet und sich mittlerweile immer besser selbst trägt.

Allem in allem bin ich sehr begeistert und praktiziere Ihre Methode nun ca. 5 x pro Woche mit gelegentlichen Reiteinlangen.

Derzeit üben wir die kleinen Schritte, erste Ansätze sind bereits da, allerdings erstmal im Stehen.

Natürlich könnte ich jetzt viel mehr schildern, aber lange Rede kurzer Sinn……Ich bin sehr froh, diese Methode für mich entdeckt zu haben und werde mein nächstes Pferd wirklich von Anfang an nach Ihrer Methode ausbilden.

Nun bin ich aber sehr gespannt wie die Entwicklung weitergeht …

Viele Grüße aus München
Ivonne Poddany
Karin Schöpke from 22889 Tangstedt schrieb am 25. April 2008 um 16:24:
Lieber Herr Stahlecker, liebe Forumleser,

Ich möchte hier die Gelegenheit nutzen, einmal zu berichten, wie begeistert ich von der HSH-Methode bin.

Ich habe eine 7jährige Warmblutstute, die dressurmäßig (klassisch-barock) geritten wird. Außerdem machen wir seit einem Jahr Bodenarbeit nach Parelli. Zu der klassisch-barocken Reitweise gehört auch die Arbeit an der Hand. Dabei macht sie zwar willig mit, aber ich habe dabei halt immer die Zügel der Kandare in der Hand, und ich muss sie manchmal recht kräftig mit der Gerte anticken, damit sie etwas fleißiger ist (sie kann manchmal ein bisschen faul sein).

Daher suchte ich nach einer Alternative. Bereits vor zwei Jahren kaufte ich mir die ersten beiden DVDs und habe sie mit großem Erstaunen angesehen und selber auch ein bisschen probiert. Aber da klappte irgendwie nichts, weil ich auch nicht so recht den Mut hatte, ganz alleine dieses Programm durchzuziehen. Wollte ja nichts kaputtmachen.

Vor wenigen Wochen ist ja nun wieder eine DVD erschienen, auch die habe ich gekauft und gesehen. Ich war sogar so mutig, mir die Ausrüstung zu bestellen.

Nach einem längeren Telefonat mit Frau Wägenbaur (vielen Dank für die ausführliche Erläuterung!) und dem Studium der Literatur habe ich nun angefangen.

Ich bin erst seit drei Wochen dabei - aber die Fortschritte sind unglaublich! Das Verhältnis zu meinem Pferd hat sich um Klassen verbessert - offenbar macht es einen großen Eindruck, wenn man HINTER dem Pferd hergeht.

Innerhalb von nur drei Tagen hat sie den Spanischen Schritt begriffen. Sie geht zurzeit nur zwei drei Tritte im Schritt, hebt aber die Beine dabei fast bis zur Nasenspitze.

Wenn ich sie am Ende absattele, klebt sie an mir wie Honig. Sie will gar nicht von mir weg. Und wenn sie um den Platz herumgaloppiert, kann ich sie mit Gesten rufen, und sie kommt im Galopp auf mich zugelaufen!

Ich kann nur alle ermutigen, die Methode wenigstens mal für ein paar Wochen auszuprobieren. Man kann gar nicht so viel verkehrt machen, und das neue "Rezept"-Buch von Herrn Stahlecker gibt genaue Anweisungen, welche Übungen an welchem Tag dran sind.

Und durch das viele Gehen durch die Halle oder über den Platz wird man auch selbst noch fit!

An dieser Stelle daher noch mal meinen allerherzlichsten Dank für die ausführliche Anleitung. Ich bin schon jetzt gespannt, wie weit wir in den ersten drei Monaten kommen.

Liebe Grüße aus dem hohen Norden

Karin Schöpke
Folke Dr. Pfeifer from Halle/S. schrieb am 18. April 2008 um 14:56:
Verehrter Herr Stahlecker, Leider habe auch ich zuerst nur Ihre erste DVD in die Hände bekommen und schwankte zwischen Begeisterung und Enttäuschung, habe zwar mal probiert, aber mehr nicht. Das Buch fand ich erst vor einem Monat, also ca. 1 Jahr später, und nun lege ich es nicht mehr aus der Hand (außer bei der Handarbeit). Schritt für Schritt im wahrsten Sinne des Wortes taste ich mich nun heran und muss sagen, das Schwerste ist das Warten, also nicht zu schnell vorangehen. Meine beiden Pferde sind sozusagen Neffen von Ihrem "Dürer", stammen vom Donnersmarck/Davignon ab, werden im Mai leider schon 4jährig.Habe sie zwar angeritten, aber nun mache ich nur noch Handarbeit, weil die Entwicklung so sichtlich ist, auch nach nur 4 Wochen. Verblüffend sind ähnliche Erfahrungen, zB. wenn das Pferd bei den Stehübungen auf die Hilfe "wartet". Aber eine Frage habe ich doch: auch wenn es noch lange nicht so weit ist (Schritt um Schritt)- wie kriegt man die erste Galopphilfe umgesetzt ohne Aufregung, an der Longe oder an der Hand ? Wie schafft man es, dann hinterherzulaufen ? Denn bis der Galopp gesetzter wird, braucht es ja ein Weilchen, oder ?
Administrator-Antwort von: Fritz Stahlecker
Sehr geehrte Frau Dr. Pfeifer, mit Ihrer Frage berühren Sie eine Schwierigkeit, die sich immer wieder bei jungen Pferde stellt:
Den gesetzten Galopp bekommt man nicht von heute auf morgen. Zunächst muss das Pferd erst einmal das Kommando Galopp lernen, am besten auf der Volte an der Doppelleine, wobei die äußere Leine über den Sattel oder hinten um das Pferd herum geführt wird. Auf großem Zirkel geht man möglichst flink mit dem Pferd mit. Dabei kommt es vor allem auf das Angaloppieren an, aus dem Trab, später aus dem Schritt. Allmählich kann man dann den Zirkel verkleinern und zur Volte in der Ecke kommen. Wenn das Pferd das Kommando verstanden hat, kann man dahin gelangen, dass man einmal auf der Volte angaloppiert und wieder zum Schritt durchpariert. Ziel ist es, die Galoppreprise immer mehr zu verkürzen, nur 1 Runde Galopp und dann wieder Schritt, das immer raschere Durchparieren ist wichtig, das Pferd nie lange an einem Stück galoppieren lassen. Später, wenn man einzelne Galoppsprünge abrufen kann, ist das eine gute Vorübung für die Galopppirouette und dann kann man auch hinterhergehen und - sehr viel später - auf diese Weise dann die fliegenden Wechsel beibringen.
So viel zunächst zum Galopp, der aber in der Anfangsphase der Handarbeit nur notgedrungen, wenn sich das Pferd sonst nirgends die Bewegung holen kann, eingesetzt wird.
Eine gute Übung ist auch die Schrittpirouette, durch die sich seltsamerweise der Galopp verbessern lässt. Zunächst ist die sichere Beherrschung der groß angelegten Schrittpirouette wichtig. Daraus dann das Angaloppieren verlangen, wobei es auf den 1. Schritt ankommt, der ist der wichtigste, häufiges Angaloppieren und dann nur wenige Sprünge, dadurch wird mit der Zeit der Galopp gesetzter.
Mit freundlichen Reitergrüßen
Fritz Stahlecker
Maria Franke from 88348 Bad Saulgau schrieb am 14. April 2008 um 16:25:
Sehr geehrter Herr Stahlecker,
mit Begeisterung habe ich Ihre website studiert. Aus gesundheitlichen Gründen kann ich meine 12-jährige Stute die nächsten 5- 6 Monate nur vom Boden aus arbeiten. In der Ausbildung versuchten wir gerade den Sprung von L- nach M-Dressur. Meine Stute ist sehr empfindlich am Gebiss und merkt sich jede Ungerechtigkeit. Momentan longiere ich sie ganz "normal" und das gefällt ihr gar nicht. Sie langweilt sich und wehrt sich vermehrt gegen die Longe, indem sie immer mehr gegenzieht und ich arge Probleme habe, nicht pausenlos gegenzuhalten und mich festzuziehen. Jede schwingende Bewegung von Longe oder Hilfszügel quittiert sie mit mitschwingen. Nun befürchte ich, Ende des Jahres beim wieder Aufsitzen eine böse Überraschung zu erleben. Daher würde ich gerne ihre HSH-Methode testen.
Ich habe allerdings, als die Stute Zahnprobleme hatte, bereits versucht gebisslos zu reiten; bzw. mit Kappzaum zu longieren. Ihre ersten Reaktionen waren durchaus positiv, wurden später aber rigoros mit Kopfschlagen abgewehrt. Macht es Ihrer Meinung nach Sinn, es noch einmal zu versuchen, obwohl sie den Druck auf die Nase so abwehrt?
Vielen Dank im Voraus!
Mit freundlichen Grüßen Maria Franke
Administrator-Antwort von: Fritz Stahlecker
Liebe Frau Franke,
Ich kann Ihnen nur raten, diese Zeit, in der Sie nicht reiten können, durch Bodenarbeit zu nützen. Die HSH-Methode ist in einer Zeit entstanden, in der auch ich gezwungen war, das Pferd vom Boden aus zu fördern. Der gepolsterte Kappzaum ist schön weich an der Nase, sitzt gut und rutscht nicht, so dass das schon mal ein anderes Gefühl für Ihre Stute sein wird. Natürlich kann es sein, dass es eine Zeit der An-/Umgewöhnung geben wird. Wir hatten jetzt bei der Ausbildung der Marbacher Pferde eine junge Stute, die sich zunächst sehr heftig mit Halsschlackern gegen die Ausrüstung gewehrt hat. Wir haben eigentlich kaum etwas dagegen gemacht, haben sie einfach gelassen und versucht, ein bisschen etwas mit ihr zu machen, sie trotzem zu beschäftigen und abzulenken und jetzt geht sie wunderbar, alles vorbei, sie hält den Hals ruhig. Sie sollten am Anfang die Stute ganz lang ausgebunden longieren, damit sie sich gar nicht eingeengt fühlt, und erst allmählich dann ein bisschen mehr Stellung verlangen.
Wenn es geht, wenn Sie die Halle gelegentlich allein haben: Ich würde Ihnen empfehlen, dass Sie in einer Ecke longieren und die offene Seite mit Cavaletti begrenzen, dann findet die Stute von alleine ihren Kreisbogen und kann nicht mehr so dagegenziehen. Dann sollten Sie zuächst vor allem seitlich neben bzw. versetzt hinter der Stute auf dem Kreisbogen gehen und viel mitlaufen, also nicht, wie es allgemein üblich ist, in der Mitte auf der Stelle stehen bleiben.
Ich bin schon an verschiedenen Stellen auf das Longieren eingegangen, einen Artikel dazu finden Sie auch hier unter den Stahleckernotizen, siehe Notiz Nr. 2. Viel Erfolg wünscht Ihnen
Fritz Stahlecker
Ursula Sedlmayr from Olching schrieb am 10. November 2007 um 21:10:
Sehr geehrter Herr Stahlecker,
meine Hannoveraner-Stute ist 3 1/2 Jahre alt und noch nicht angeritten. Bei der korrekten Verschnallung der Unterzügel (maximale Länge) läuft sie mit der Nase im Sand, ich dahinter am langen Zügel, was natürlich problematisch ist, da sie so Gefahr läuft, in die langen Zügel reinzutreten und der Effekt, eine schöne Haltung einzunehmen, findet so auch nicht statt.

Ich habe mit Schoko das Beinheben hinten gemacht, das Schließen hinten, ein bisschen spanischer Schritt, ich kann sie am langen Zügel auch von hinten führen, die Zügel drüberwerfen, sie kann seitwärts übertreten, rückwärtsrichten (Schritte verkürzen geht noch nicht so besonders) das alles klappt gut. Sie ist auch bis jetzt kein Pferd, dass durchstartet, sie ist eher verhalten, speziell wenn die Unterzügel hinzukommen. den Sattel kennt sie ebenfalls.
Administrator-Antwort von: Fritz Stahlecker
Sehr geehrte Frau Sedlmayr,
Es ist sogar gut, wenn das junge Pferd seinen Hals fallen lässt und sich nach unten dehnt! Die Nase soll dabei möglichst der vordere Punkt sein. Die Unterzügel sollten aber dabei nicht übermäßig lang eingestellt sein, so dass da Pferd nicht in sie hineintreten kann. Allenfalls kann es deswegen angezeigt sein, die Oberzügel ein wenig zur Wirkung zu bringen.
Zunächst empfehle ich Ihnen aber, die Longierleine durch den inneren Ring des Schulzaumes gehend in den inneren Zügelhalter, der in die Bügelaufhängung eingeschoben ist, einzuschnallen. Sie können dann durch kleine Paraden das Pferd davon abhalten, mit dem Kopf den Boden zu „pflügen“.
Erst später ist es angezeigt, das Pferd schrittweise etwas höher einzustellen.
Wenn Sie schräg hinter dem Pferd auf einem kleinen Kreis mitlaufen, verbessert sich Ihre Einwirkungsmöglichkeit, weil sich dabei die Zugrichtung der Leine, mit Rücksicht auf die kleinen Paraden, im Winkel vorteilhaft verändert. Wichtig ist das Animieren der Hinterbeine, weil das Pferd dann insgesamt seine Haltung verbessert.
Freundliche Grüße FST
Heike Giede from Basel schrieb am 2. November 2007 um 22:33:
Sehr geehrter Herr Stahlecker.
Ich suche hier im Grossraum Basel einen Trainer, der nach Ihrer Methode ausbildet.
Inzwischen habe ich selber nach bestem Wissen und Gewissen damit begonnen und mein Pferd (3jähriger Württemberger Wallach) macht sehr gut mit.
Er ist so lernwillig, dass er sich recht schnell langweilt, wenn nicht bald wieder eine neue Aufgabe eingebaut wird.
Nun ist meine Frage: Wie bringe ich meinem Pferd die ersten Seitwärtstritte bei?
Die ersten Seitwärtstritte sind wahrscheinlich eine Feuertaufe. Das Pferd weiss noch gar nicht so recht, dass es neben vorwärts und rückwärts auch seine Beine seitwärts bewegen kann.
Mit der Hinterhand haben wir es schon ein klein wenig geschafft. Aus dem Stand um die Vorhand herum.
Wie stelle ich es nun an, dass mein Pferd auch mit der Vorhand seitwärts tritt bzw. wie bringe ich diese Tritte dann noch in den Bewegungsfluss?
Herzlichen Dank und viele Grüße aus Basel
Heike Giede.
Administrator-Antwort von: Fritz Stahlecker
Liebe Frau Giede,
Eine Vorhandswendung sieht zum einen wenig elegant aus, zum anderen ist die Vorhand ohnehin um 20 % mehr belastet und die Arbeit mit dem Pferd zielt ja darauf ab, dass das Pferd mit der Zeit mehr Last mit der Hinterhand aufnimmt. Aus diesen Gründen ist die Vorhandswendung eine wenig hilfreiche Übung. Die Vorderbeine bleiben ja zumeist fest im Boden haften und das Pferd tritt nicht mit. Die Hinterhandswendung, bei der das Pferd treten muss, ist die viel wichtigere Übung. Ich beginne, wie Sie meinen Lernmaterialien entnehmen können, mit der Schrittarbeit gerade aus und dann, wenn die Halteübung und die Schrittskala gefestigt sind, mit dem Travers. Wenn Sie nun schon mit dem Fehler der Vorhandswendung begonnen haben, dann machen Sie daraus eine andere Übung: stellen Sie das Pferd an die Band mit einer halben, einer viertels Wendung und fordern es dann auf, vorwärts zu gehen. Es muss dann seitlich treten. Lassen Sie zunächst den Hals fast ohne Biegung, erst wenn das seitwärts Treten der Beine gefestigt ist, wird die Biegung im Hals ebenfalls getrennt geübt und dann später hinzugenommen. Sie können dann mit der Zeit auf den 2. Hufschlag gehen und dann allmählich zur Traversale, auch zunächst ohne Biegung übergehen.
Freundliche Grüße FST
Claudia Schmid schrieb am 7. Oktober 2007 um 21:55:
Sehr geehrter Herr Stahlecker, ich habe Ihre Adresse von einer Reitlehrerin erhalten, die der Ansicht war, dass Ihre Methode für mein Pferd, das 3,5 Jahre im Schulbetrieb war und nun 7 Jahre ist und sich schwer an den Zügel stellen lassen hat, gut wäre. Ich hatte dieses Pferd nun 2,5 Monate in Beritt. Es ist wesentlich bessser an den Zügel zu stellen, doch noch nicht ganz locker. Leider hat es nun kurz vor Berittende angefangen, die Zunge beim Reiten rauszustrecken (dies macht es aber nicht kontinuierlich) und auch wenn man es ohne Druck im Schritt reitet. Die Bereiterin hat den Wallach auch immer sehr "schonend" geritten. Leider weiß ich nun gar nicht, woran das liegt und wie ich das wieder revidieren kann und wie ich ihn leichter an den Zügel reiten kann. Haben Sie mir vielleicht einen Tipp, wie ich das Pferd leichter an den Zügel bekomme und wie ich das Problem mit der Zunge lösen kann. Vielen Dank!
Schmid
Administrator-Antwort von: Fritz Stahlecker
Sehr geehrte Frau Schmid,

mit einem Zungenfehler ist nicht zu spaßen. Ich empfehle Ihnen, Ihr Pferd wenigstens drei Monate lang an der Hand mit dem HSH-Schulzaum ganz ohne Gebisseinwirkung zu arbeiten. Danach soll es einen Neuanfang geben. Dies mit einem Gebiss, welches Ihr Pferd noch nicht kennt. Ich würde es auf Kandare mit 3 : 1 Führung zäumen. Diese Führung ist geeignet, das Vertrauen des Pferdes zurückzugewinnen, denn ein Zungenfehler beruht immer auf schlechten Erlebnissen, die von der Reiterhand verursacht wurden. Benutzen Sie eine Kandarenstange fast ohne Zungenfreiheit, damit die Zunge über ihre ganze Breite gleichmäßig belastet wird.

Erst in der letzten Zeit gab es hier in der Gegend mit einem jungen Pferd ein ähnliches Problem. Nach dem Übergang auf die 3 : 1 Führung war der Zungenfehler korrigiert.

Die Kandare soll leicht geführt sein, der linke Zeigefinger hält den rechten Kandarenzügel, der Mittelfinger den linken, so kann es auch keine ungewollte Gewalteinwirkung geben.
Achten Sie bitte weiter darauf, dass die Kandarenzügel nicht straff sind, sie sollen circa drei cm durchhängen. Die Unterlegtrense soll ziemlich hoch liegen. Verwenden Sie vor allem keine doppelt gebrochenen Unterlegtrense: sie ist für die Zunge nicht gut, weil der Abstand der Gelenke ziemlich genau mit dem der Laden übereinstimmt. Die Kinnkette soll so eingehängt sein, dass die Kandare auf keinen Fall durchhängt.

Bei eventuellen Rückfragen stehe ich Ihnen natürlich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen,

FST
Eine Stimme aus einem Internetforum from in der Schweiz schrieb am 5. Oktober 2007 um 21:18:
Bin über die Googleseite hier gelandet und habe mich daher noch nicht
ausreichend im Forum umgesehen. Also Hallo erstmal! Dieses Thema ist zwar schon etwas "älter", aber ich würde gerne einen kleinen Beitrag dazu beisteuern, denn ich beschäftige mich doch recht eingehend mit dieser (unter anderen) Arbeit vom Boden aus.
Bei dieser HSH-Arbeit reicht es nicht, mal kurz etwas gehört oder gelesen zu haben. Ich selber habe das Buch etwa 7 mal gelesen, wobei es sich nach Art
des Buches eher um ein "studiert" handelt, immer und immer wieder greife ich heute noch (5 Jahre danach) darauf zurück und möchte betonen, dass die
DVD dazu nur äusserst kurze Abschnitte zeigt und als Hilfe kaum zu gebrauchen ist. Sie ist ganz praktisch für die eigene Anreicherung, mehr
nicht. Auch sind die Erklärungen darin nicht ausreichend.
Was die Anwendung der Hilfszügel angeht, so werden sie laufend verschnallt und umgeändert. Das Pferd ist in keiner Weise in einer dauerhaften Haltung eingezwungen. Eine bestimmte Haltung wird gefordert (ja, am Kappzaum), für zu Beginn so kurze Sequenzen, dass man sich fragt, ob es überhaupt etwas bringt. Danach wird abgeschnallt und Dehnung und Entspannung zugelassen. Es wird mit unglaublich viel Stimm- und Leckerlob gearbeitet und alle, die ich kenne, die nach dieser Arbeit ihre jungen und alten Pferde begonnen haben konsequent auszubilden, verzeichnen hoch motivierte, sehr selbstbewusste und gut bemuskelte Pferde.
Auch wird das eigene Auge für "gute" und "schlechte" Bewegungen und
Haltungen ungeheuer geschult, sowie die eigene Konsequenz und Geduld. Die HSH- Arbeit bietet neben anderen Bodenarbeiten (die ich auch gerne einsetze) den ungeheuren Vorteil, einem Pferd auf schonende Art und Weise sehr viel am Boden beizubringen, so dass es im Anschluss beim Reiten gut bemuskelt den Reiter völlig ausbalanciert und gelassen tragen kann und nach den ersten 3 Reitversuchen ganz ausgeglichen sowohl zu einem frischen Geländegalopp, wie auf einem Zirkel im Takt und losgelassen traben kann, sowie erste Seitengänge spielerisch annimmt. Dabei ist eine Dehnung an die Hand nach vorne immer möglich. Ich rede hier aus eigener Erfahrung mit 3 Jungpferden und zwei "Älteren" (eine 8jährig und einer 17jährig).
Im Vordergrund steht dabei nicht die Geschwindigkeit der Ausbildung, die für
einen Berufsreiter zwar nicht zu verachten ist, für mich als Privatmensch
aber eher unwichtig. Im Mittelpunkt steht die Freude, das Vertrauen, die
Gymnastizierung und ausreichende Muskelbildung, bevor ich mich mit meinem
Gewicht dem Pferderücken zumute.
Achja...der Schaden, der durch unsachgemäße Anwendung entsteht ist in meinen Augen relativ gering (jaja, relativ ist ein furchtbares Wort). Ich habe erfahren (müssen), dass den meisten dieser Weg zu Beginn einfach viel zu schwer und anstrengend ist, da so viel Eigenbewegung und Betrachtung gefordert ist. Die meisten springen ab, weil es ihnen zu Beginn zulangweilig und anstrengend ist und sie nicht direkt Resultate sehen. Wer dann aber dabei bleibt und sich vertieft, ist meist sehr ängstlich darauf bedacht, alles gut und vorsichtig zu machen und hat Zeit und Geduld. Mir kam es so vor, dass es fast kein Mittelfeld dieser Arbeit gibt. Es gibt fast nur ablehnende und kritische Aussagen, die nicht danach arbeiten. Auf der anderen Seite sind die Befürworter, die danach arbeiten. HSH geht nicht nur "ein bischen"...aber es macht sehr viel Freude!!!!
Stefanie Lohrmann from Laichingen schrieb am 11. September 2007 um 14:55:
Sehr geehrter Herr Stahlecker!
Das was ich bereits von ihnen gehört und gelesen habe begeistert mich vollauf!
Ich frage mich nur ob es bei meinen Pferden, Warmblut 9jährig geritten und Pony 6jährig geritten noch Sinn macht jetzt, also nachdem sie bereits geritten sind, noch mit ihrer Methode zu beginnen?
Administrator-Antwort von: Fritz Stahlecker
Auch mit älteren Pferden können Sie mit Gewinn nach der HSH-Methode arbeiten. Sie empfinden es häufig als eine willkommene Abwechslung und manches Eingefahrene lässt sich vom Boden aus korrigieren. Sie müssen u. U. etwas langsamer vorgehen bzw. zunächst mit Widerstand rechnen, aber den meisten älteren Pferden macht es großen Spaß und manche blühen regelrecht auf.
Anita Kümmel from Altbach schrieb am 18. August 2007 um 14:54:
Sehr geehrter Herr Stahlecker,

seit gut sechs Jahren steht Ihr Buch nun in meinem Bücherregal. Gestern habe ich es entstaubt und noch einmal begonnen es zu studieren. Der Anlass dazu ist meine im Mai drei gewordene Stute, die ich seit März selbst Ausbilde.
Schade das mir Ihr Buch erst gestern wieder in den Sinn gekommen ist, wie weit wäre ich wohl schon gekommen, wäre ich früher darauf gestossen.
Dennoch sind vom ersten lesen mehr als "Fetzen" hängen geblieben, immerhin denke ich,das ich auf dem richtigen Weg bin.
Gibt es die Möglichkeit Ihre HSH Methode auch in Natura zu erleben?
Mit freundlichen Grüßen
A. Kümmel
Vanessa Fäh from Schweiz schrieb am 7. August 2007 um 14:54:
Guten Tag!
Ich besitze einen 4-Jährigen Shetty-Wallach, mit dem ich sehr gerne dressurmässig an der Doppellonge arbeiten möchte. Nun frage ich mich, ob Handarbeit der HSH-Methode für uns geeignet wäre. Denn immerhin kann ich bei ihm ja schlecht zur Arbeit im Sattel übergehen... Wäre es auch möglich, die Arbeit einfach an der Doppellonge weiterzuführen? Oder suche ich mir für mich und mein Pony besser eine andere, geeignetere Methode, um ihn dressurmässig auszubilden?
Mit freundlichen Grüssen
V. Fäh
Administrator-Antwort von: Fritz Stahlecker
Natürlich können Sie auch mit einem Shettland-Pony Handarbeit machen. Alle Lektionen an der Hand können Sie ihm beibringen, die Methode muss ja nicht zwingend zum Reiten führen, sie erleichtert nur später bei Großpferden das Reiten. Am besten "basteln" Sie sich für Ihr Shettland-Pony einen "Spezialzaum" aus einem Halfter, das gut am Kopf sitzen muss, nicht verrutschen darf und an das Sie seitlich große Ringe anbringen lassen. Viel Erfolgt!
Mörig Melanie from Uettligen CH schrieb am 2. August 2007 um 14:53:
Hallo
Suche jemand der in der Schweiz (Region Bern) mit HSH Methode seine Pferde arbeitet. Möchte meine 4-Jährige Stute mit Hilfe weiterausbilden
Kerstin Sieger from Datteln schrieb am 30. Juli 2007 um 14:53:
Frage: Bei der Seitwärtsstellung an der langen Seite biegt mein Pferd immer nach innen zu sehr ab. Muss ich nur mehr Geduld haben?
Administrator-Antwort von: Fritz Stahlecker
Wenn ich Sie richtig verstehe, wendet sich Ihr Pferd im Schulterherein ins Bahninnere ab. Dies können Sie mit der Außenleine verhindern, indem Sie frühzeitig gegenhalten. Der Schulzaum gestattet es, dank seiner Polsterung, dass Sie dabei etwas deutlicher werden. Nicht gleichmäßig ziehen! Rucken ist besser! Falls Sie so nicht zurecht kommen, rate ich Ihnen für einige Tage zum Travers Zuflucht zu nehmen. Die Biegung ist die gleiche. Dabei kann das Pferd nicht in die Bahn ausweichen und Sie austricksen. Vom Travers ausgehend könnten Sie dann als nächsten Schritt das Pferd für wenige Sekunden ins Schulterherein umschwenken lassen. Sie sollten, sobald das Pferd daraus wieder in die Bahn abdriften will, spontan die Traversstellung verlangen. Das Hin-und Herschwenken ist eine gute Übung und fördert den Gehorsam.
Bernadette Jochum from München schrieb am 30. Juli 2007 um 14:53:
Verehrter Herr Stahlecker,
mein 8 jähr. Araber wurde mit der HSH Methode schon von Anfang an ausgebildet, leider nicht in der Konsequenz, die Sie zurecht fordern.
Nun wird er auf Kandare mit 3:1 Führung von mir geritten. Es taugt ihm viel besser als auf Wassertrense! Ab und zu mache ich Handarbeit auf Kandare (folge Ihrem Beispiel aus dem Lehrfilm) Dabei geht mein Araber gut an die Hand ran, läßt den Kopf unten, trägt sich ganz passabel selber. Beim Reiten jedoch kommt es derzeit immer wieder dazu, dass er den Kopf hochzieht und sich quasi wehrt gegen die Anlehnung. Was mache ICH falsch??? Es können ja nur meine Einwirkungen stören? Das macht mich schon betroffen.
Ich wäre Ihnen sehr verbunden für einen Tipp
Gruß B. Jochum
Administrator-Antwort von: Fritz Stahlecker
Sehr geehrte Frau Jochum,
Ich empfehle Ihnen, die Kandaren-Handarbeit noch mehr in den Vordergrund zu stellen! Sie sollten so weit kommen, dass Ihr Araber uch bei langem Hals die Kandare annimmt. Der Kandarenzügel soll aber dabei nicht straff sein. Streben Sie einen Durchhang von 2 bis 4 cm an! Araber sind im Maul oft sehr empfindlich!
Vom Sattel aus sollten Sie etwas weniger verlangen als bei der Bodenarbeit. Während der ersten Tage sollten Sie sich damit begnügen, das Pferd im Stehen an den langen Zügel zu stellen. Nehmen Sie dabei bitte die Zügel in eine Hand und lassen Sie diese unbeweglich stehen! Dabei darf es eine kleine Spannung geben. Warten Sie ruhig ab! Spätestens nach 2 Minuten wird Ihr Pferd leicht werden. Dann mit der freien rechten Hand loben! Aber nicht schallend draufklatschen, streicheln!
Die Kandarenfinger spielen, entwickeln ein Spiel-Ritual. Dies, wenn es geht, mehrmals am Tag wiederholen.
Nach 10 Tagen können Sie das Pferd am langen Kandarenzügel getrost einige Volten im Schritt reiten. Es wird sich, wenn Sie die Hand ruhig halten, nicht mehr herausheben und gegen den Zügel wehren!
Wichtig ist, dass die Hand die Nickbewegung des Pferdes mitmacht. Nicht die treibenden Hilfen gegen die Hand setzen! Nicht das Pferd gegen die stehende Hand treiben!
Im Laufe der Zeit können Sie im Schritt alle üblichen Bahnfiguren reiten. Sie können dann, aber erst dann, den rechten Trensenzügel in die rechte Hand nehmen. Ich empfehle Ihnen wenigstens 8 Wochen auf Kandare nur Schritt zu reiten. - Alle Figuren samt Pirouetten und Schaukel! So gewöhnt man einen sensiblen Araber an die Kandare und Sie lernen 3 : 1 korrekt zu führen!
Damit Ihr Pferd aber genug Bewegung bekommt, sollte jeden Tag HSH-Bodenarbeit und genügend Koppelgang hinzukommen! - Mein Rat ist nicht auf meiner eigenen Miste gewachsen. Schon die alten französischen Meister vertraten das Prinzip: "On dresse un cheval au pas" (Die Erziehung des Pferdes erfolgt im Schritt).
Ist Ihre Kandare in Ordnung? Ich wage dies zu fragen, weil die meisten Turnierkandaren es nicht sind!
Achtung! Je kleiner die Zungefreiheit, desto sanfter ist die Wirkung! Bei einem Araber sollte die Stange kaum eine Aufwölbung haben! Bei 3:1 ist ein langer Unterbaum wegen seiner Weichheit von Vorteil! Lehren Sie Ihrem Zeigefinger und Mittelfinger der linken Hand das federnde Nachgeben. (Der Zeigefinger führt den rechte, der Mittelfinger den linken Kandarenzügel). Zwei gelehrige Finger entscheiden alles!
Freundliche Reitergrüße
Fritz Stahlecker
Britta Jankovic from Berlin schrieb am 29. Juli 2007 um 14:52:
Sgh.Hr.Stahlecker!

Meine Frage an sie: Ab wann kann man mit ihrer Methode beginnen. Mein Hengst, sehr hochblütig gezogen, ist jetzt 2,4 Jahre alt, 160 cm groß, doch noch babyhaft. Ist es besser noch abzuwarten? Er ist sehr kooperativ, lernbereit und lernt auch extrem schnell. Nur habe ich eben etwas Bedenken wegen der frühen Belastung der Gelenke.
Danke,B.J
Administrator-Antwort von: Fritz Stahlecker
Es kann nur von Vorteil sein, mit der HSH-Handarbeit sehr früh anzufangen. Eine wichtige Voraussetzung ist allerdings der tägliche Koppelgang - mindestens 4 Stunden pro Tag. Die HSH-Handarbeit sollte nicht mehr als 20 Minuten in Anspruch nehmen, weil das junge Pferd sich nicht länger konzentrieren kann. Dennoch ergeben sich bei diesem Vorgehen erstaunliche Lernfortschritte.
Sie brauchen keine Sorge zu haben hinsichtlich einer Überbelastung der Gelenke, die Belastung auf der Koppel, besonders bei noch nicht ausgewachsenen Tier, ist viel höher. Bei der HSH-Methode gehen Sie über das, was das Pferd normal auf der Koppel leistet nicht hinaus.
Voraussetzung für die Handarbeit ist allerdings, dass Sie sich gut informiert haben und auch die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen kennen. Falls Sie bisher noch gar keine Erfahrung mit Handarbeit bei Hengsten haben, bitte ich um einen Anruf. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!" FST
Kerstin Sieger from Datteln schrieb am 29. Juli 2007 um 14:51:
Ich muss einmal sagen, dass das Leder echt super ist. ... Positiv finde ich ja diese Zügelhalter, die sind schon Gold wert. Ich bin mit meinem "Großen" jetzt schon so weit, dass ich mit den langen Leinen geradeaus gehen kann, auch die Hand wechseln können wir schon... durch den Ober- und Unterzügel trägt mein Pferd sich schon wie von selbst, obwohl er beide Hilfszügel durchhängen hat.
Jetzt habe ich auch noch eine Frage: Kann ich mein Pferd damit auch reiten? Ich habe auch eine Trense mit Gebiss blind eingelegt. Wenn ja, welche Hilfszügel benütze ich und wo schnalle ich die Zügel ein?
Administrator-Antwort von: Fritz Stahlecker
Sie können sehr wohl Ihr Pferd mit dem HSH-Schulzaum reiten. Kombinieren Sie ihn, so wie die alten Meister, mit einem normalen Schlaufzügel. Er wurde seinerzeit für den Kappzaum erfunden. Zusammen mit ihm ist der Schlaufzügel überhaupt nicht schädlich.
Allerdings sollte die Trense hinzukommen. Sie soll vorherrschen. Setzen Sie den Schlaufzügel nur dann ein, wenn das Pferd hoch kommt. Der Schlaufzügel soll helfen, die Trense sanft zu führen und zwar derart, dass sie hauptsächlich auf die weniger empfindlichen Lippen wirkt.
Christine Dambeck from München schrieb am 29. Juli 2007 um 14:51:
Ich habe schon vor Jahren Ihr Buch mit großer Freude gelesen und versucht, mit meinem ersten Pferd, einem Appaloosa-Mix, Elemente aus Ihrem Buch in die tägliche Arbeit einzubauen.
Nach längerem Ausprobieren haben wir es dann tatsächlich bis zur Mini-Piaffe gebracht, die zwar immer sehr vorderlastig blieb, aber trotz allem einen guten gymnastischen Effekt hatte.
Derzeit versuche ich gerade die HSH-Arbeit mit meiner 9-jährigen Spanierin... Leider warf uns eine unklare Lahmheit ziemlich zurück und wir konzentrieren uns momentan ausschließlich auf Schrittarbeit (an der Hand) und üben am Spanischen Schritt ...